Fun­da­men­ta­le Ver­än­de­run­gen sind kei­ne Zu­kunft, wir ste­cken mit­ten­drin

Chancen und Herausforderungen für die Unternehmenssteuerung

Ob im Privatleben oder im Geschäftsleben – die Digitalisierung hat unsere Welt vollumfänglich erfasst. Sie führt zu einer Transformation noch unbekannten Ausmaßes und ist mehr als eine technologische Herausforderung. Langjährig etablierte Geschäftsmodelle werden in immer schnelleren Zyklen durch innovative, datengetriebene Geschäftsmodelle ersetzt. Die perfekte Integration in umfassende Systeme ist noch nicht erreicht, dennoch besteht das Ziel die Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungskette durchgängig durch IT zu unterstützen. Inzwischen ist intelligente Software in der Lage komplexe Situationen zu erkennen und mittels Machine Learning die nächste Stufe der situativen Anpassung zu erreichen. Eine agile Reaktionsfähigkeit mit schnellen Anpassungszyklen wird auch in der Entwicklung neuer technologischer Möglichkeiten und der Begleitung neuer Geschäftsmodelle erwartet.

Aus Sicht des Controllings lassen sich die Strömungen der Digitalisierung in drei Kategorien gliedern:

  • Data Collection: Informationsaufnahme durch innovative, hypersensible Identifikationstechnologien, Sensorik und Informationssysteme
  • Data Connection: Vernetzung von Daten mittels intelligenter Logiken hin zu einer vernetzten Welt
  • Data Intelligence: Auswertung großer, teils unstrukturierter Datenmengen und Identifikation relevanter Informationen

Für die Unternehmenssteuerung und das Controlling bietet die Digitalisierung Chancen und Herausforderungen zugleich. Chancen ergeben sich vor allem durch die neuen technischen Möglichkeiten, die eine zielgerichtetere und effizientere Steuerung ermöglichen. Dabei wird die Steuerung beispielsweise durch immer nähere an real-time rückende Informationen revolutioniert. Eine neue Transparenz über agile Cockpits ermöglicht eine immer näher an den point-of-action gerichtete Steuerung. Neue durch die Digitalisierung entstehende Geschäftsmodelle erfordern gleichzeitig ein deutlich flexibleres und end-to-end begleitendes Controlling. In diesem Zusammenhang werden auch völlig neue Skills-Anforderungen an die Controller gestellt: Weniger Excel, mehr Verständnis für Algorithmen und Szenarioanalysen und ein noch tieferes Verständnis des Business. Die Identifikation und Reduktion von Informationen auf tatsächlich steuerungsrelevante Parameter stellt eine immer wichtigere Kernkompetenz dar.

Controlling ist real-time und flexibel am aktuellen Geschäft

Neue Technologien wie SAP S/4HANA oder Cloud-Lösungen schaffen die Voraussetzung für eine jederzeit aktuelle und verfügbare Zahlenbasis. Damit ist das Controlling in der Lage, real-time auf alle erforderlichen Zahlen zuzugreifen und eine agile Steuerung zu ermöglichen. Somit kann die praktische Entscheidungsunterstützung signifikant verbessert werden. Durch immer stärkere Rechenleistung können aufwändigere Simulationen erstellt und "what-if"-Szenarien als Entscheidungsunterstützung angeboten werden. Vom Controlling bereitgestellte, software-basierte Entscheidungsmodelle ermöglichen autonome, in Echtzeit durchlaufende Prozesse und reduzieren signifikant Aufwand. Vollautomatisierte Datenflüsse ermöglichen, dass sämtliche relevanten Informationen in Echtzeit den entsprechenden Entscheidern mobil zur Verfügung gestellt werden.  Daraus resultiert ein einheitlicher Blick auf alle steuerungsrelevanten Daten von "Shop Floor" bis "C-Suite", mit der Möglichkeit die Eindringtiefe individuell zu gestalten. 

Der Betrachtungshorizont der Steuerung kann hinsichtlich Zeit, Geschäftsmodell und Detailgrad an die Businessanforderung angepasst werden. Dabei dient die flexible Projektsicht als zusätzliche interne Steuerungssicht, die die tatsächlichen ökonomischen Gegebenheiten geeigneter wiederspiegelt als die klassische Jahresendsicht.

Automatisierte und "unbiased“ Forecastwerte mit Predictive Analytics

Fundament und gleichzeitig Produkt der digitalen Transformation ist eine noch nie dagewesene Menge an Informationen und Daten. Eine intelligente und effiziente Nutzung dieser Daten- und Informationsflüsse verspricht eine der disruptivsten Transformationswellen der jüngeren Geschichte zu werden.

Predictive Analytics hat das Ziel, Unternehmen bei ihren Entscheidungen zu unterstützen. Daten werden nicht mehr nur als Nebenprodukt, sondern als entscheidender Wettbewerbsvorteil für die Weiterentwicklung und Verfolgung der Unternehmensstrategie angesehen. Moderne Methoden und leistungsstarke Softwarelösungen ermöglichen statistische Auswertungen und Analysen immer größerer und komplexerer Datenmengen. Dabei verschiebt sich der Fokus von einer seit Jahren in Unternehmen etablierten deskriptiven, diagnostischen Datenanalyse hin zu einer zukunftsorientieren Handlungsempfehlung – auch unter Einbezug externer Informationsquellen. Die Frage ist also nicht mehr "was und warum ist etwas geschehen", sondern "was wird geschehen und was sollen wir unternehmen". 

Gerade im Bereich Planung und Forecast sind die regelmäßige Vorschau und Bewertung der Geschäftsentwicklung entscheidend. Predictive Analytics unterstützt insbesondere bei folgenden Fragen und Problemstellungen:

  • Komplexitätsreduktion: Was sind die entscheidenden Treiber und Stellhebel in meinem Business und Unternehmen und wie lassen sich diese quantifizieren?
  • Planungsgenauigkeit: Welche Methoden, Daten und Informationen werden benötigt, um die jährliche Planung und unterjährige Steuerung zu verbessern?
  • Skalierbarkeit und Automatisierung: Wie kann die Planung und Prognoserechnung flexibler und gleichzeitig weniger ressourcenintensiv werden?
  • Objektivierung/Debiasing: Wie kann das Controlling der subjektiven Wahrnehmung des Managements entgegentreten und eine objektive Verarbeitung von Informationen fördern?
  • Risikobewusstsein: Welche Einflussfaktoren haben signifikante Gewinnauswirkung und welche Materialität besitzen diese?

Neue Anforderungen an das Controller Team

Die oben beschriebenen Entwicklungen haben direkten Einfluss auf das Rollenbild und Anforderungsprofil des Controllers. Bestenfalls bringt der Controller der Zukunft ein tiefes Verständnis von Geschäftsprozessen, Produktlebenszyklen und agilen Entwicklungsmethoden mit und wird so im Unternehmen zum Change Driver für Innovationen. Dabei ist es seine Aufgabe die Beantwortung der Frage nach dem "so what" aus der Fülle von Informationen und Implikationen auf das Geschäft abzuleiten. Hierzu bedarf es der Fähigkeit aus der immer größer werdenden Menge an verfügbaren Daten relevante Informationen abzuleiten. Dies gelingt durch Kenntnisse eines Data Scientists in statistischen Verfahren wie Data Mining, Big Data, Data Modeling und der Entwicklung und Programmierung von Algorithmen.

Als Business Partner ist er so in der Lage proaktive Impulse und konkrete Handlungsempfehlungen für das Management abzuleiten und Entscheidungen vorzubereiten. Auch für den CFO ergibt sich aus dem neuen Rollenverständnis eine tragende Rolle als Treiber der Digitalisierung in Unternehmen.

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Dr. Christian Bungenstock
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